Hiragana und Katakana lernen, Zeichen für Zeichen

Die beiden Silbenschriften sind der erste Schritt ins Japanische und der kürzeste. Jedes Zeichen steht für genau einen Laut, und mit einem guten Bild pro Zeichen sitzen beide Schriften nach wenigen Wochen.

Am schnellsten lernt man Hiragana und Katakana mit Eselsbrücken, die Form und Laut in einem Bild verbinden: ね sieht aus wie eine Katze mit Ringelschwanz, und Katze heißt auf Japanisch neko. Erst die 46 Grundzeichen der Hiragana, dann Dakuten und kleine Zeichen als Regel, danach Katakana. Direkt nach jedem Zeichen abfragen und zeitlich gestaffelt wiederholen.

Shishi · 獅子
Shishi — der Okinawa-Shisa, der dich durch KOTOBA führt.
„Siehst du den Ringelschwanz? Das ist eine Katze — neko. Also ね."

Der Umfang

Weniger Zeichen, als es aussieht

Hiragana hat 46 Grundzeichen. Dazu kommen 25 Varianten mit Dakuten (゛) und Handakuten (゜) und 33 Verbindungen mit kleinem ゃ, ゅ oder ょ — zusammen 104 Formen. Neu lernen muss man davon aber nur die 46: が ist kein neues Zeichen, sondern か mit zwei Strichen, und きゃ ist き mit einem kleinen や.

Katakana hat genau dieselbe Struktur und dieselben Laute, nur andere, eckigere Formen. Hiragana schreibt japanische Wörter und Endungen, Katakana vor allem Fremdwörter, Namen und Geräusche — in einem Manga also jedes „ドン“ und „ザワザワ“.

Kanji kommen erst danach. Wie man die angeht, steht unter Kanji lernen; für einen ersten Manga mit Furigana reichen die Kana schon aus, weil die Lesung neben jedem Kanji steht.

Die Methode

Ein Bild für die Form, ein Wort für den Laut

Eine gute Eselsbrücke erledigt zwei Aufgaben gleichzeitig: Sie beschreibt, wie das Zeichen aussieht, und trägt seinen Laut in einem Wort. Diese Brücken stehen wortgleich im Curriculum.

Form und Laut

Ein Schlüssel — englisch key. Die zwei Querstriche sind die Kerben im Bart. Aus dem Bild folgt der Laut ki.

Ähnliches gemeinsam

Nudeln: Die dicke Schleife unten ist die Nudel um die Gabel. め (me, „Auge“) ist dieselbe Form ohne Schleife — wer beide zusammen lernt, verwechselt sie nicht.

Eine Familie

ね, れ und わ teilen denselben Grundstrich. Den Unterschied macht nur das rechte Ende: Ringelschwanz der Katze (ne), Regenrinne (re), Wasserwirbel (wa).

Katakana

Die zwei Paare, an denen alle hängen bleiben

Katakana ist nicht schwerer als Hiragana, hat aber zwei berüchtigte Paare. Der Unterschied liegt in der Richtung der Striche, nicht in ihrer Form:

シ (shi): Die zwei kurzen Striche kommen von links, der Schwung geht nach oben — wie Schifahren. ツ (tsu): Die Striche kommen von oben, wie Tropfen vor einer Welle.

ソ (so): ein Strich von oben, der Schwung geht nach unten. ン (n): derselbe Anfang, der Schwung geht nach oben — wie ein n in Schreibschrift.

Deshalb lohnt sich die Strichfolge schon bei den Kana: Wer die Richtung einmal mitgeschrieben hat, erkennt sie auch in einer handschriftlichen Sprechblase.

Die Reihenfolge

Lernen, abfragen, wiederholen

Ein Zeichen, das man nur angesehen hat, ist nach einem Tag wieder weg. Deshalb folgt auf jede kleine Gruppe sofort eine Abfrage: das Zeichen sehen und den Laut tippen. Was sitzt, kommt in ein Wiederholungssystem, das den Abstand nach jeder Antwort neu berechnet — wie das funktioniert, steht unter Vokabeln lernen.

Romaji sind dabei nur eine Krücke für den Anfang. Sobald die Kana sitzen, stehen Wörter und Sätze in Kana und Kanji, und die lateinische Umschrift verschwindet.

Häufige Fragen

Hiragana und Katakana im Detail

Wie lange dauert es, Hiragana zu lernen?

Mit Eselsbrücken und täglicher Wiederholung sitzen die 46 Grundzeichen bei vielen nach ein bis zwei Wochen, Katakana danach ähnlich schnell. Dakuten und kleine Zeichen sind eine Regel und kosten kaum zusätzliche Zeit. Entscheidend ist nicht die Länge einer Sitzung, sondern dass man täglich kurz wiederholt.

Soll ich zuerst Hiragana oder Katakana lernen?

Zuerst Hiragana. Sie schreiben japanische Wörter, Partikeln und Verbendungen, stehen also in jedem Satz und als Furigana über Kanji. Katakana brauchst du für Fremdwörter, Namen und Geräusche — sie kommen gleich danach und nutzen dieselben Laute.

Wie viele Hiragana gibt es?

Es gibt 46 Grundzeichen. Mit Dakuten und Handakuten (が, ぱ usw.) kommen 25 Varianten dazu, mit kleinem ゃ, ゅ, ょ weitere 33 Verbindungen wie きゃ — zusammen 104 Formen. Neu lernen muss man nur die 46, der Rest folgt aus zwei Regeln. Katakana hat dieselbe Anzahl.

Wie unterscheide ich シ und ツ?

An der Richtung der kurzen Striche. Bei シ (shi) kommen sie von links und liegen eher waagerecht, bei ツ (tsu) kommen sie von oben und stehen eher senkrecht. Beim ähnlichen Paar ソ (so) und ン (n) entscheidet der lange Schwung: bei ソ nach unten, bei ン nach oben.

Brauche ich Romaji zum Japanischlernen?

Nur ganz am Anfang, um die Laute der Kana einzutippen. Danach bremsen sie: Wer Wörter nur in Romaji lernt, liest später kein Japanisch. Sobald die Kana sitzen, sollten Wörter und Sätze in Kana und Kanji stehen.

Fang mit den Vokalen an.

Fünf Zeichen, fünf Bilder, dann sofort die Abfrage. Der Einstufungstest erkennt, wenn du die Kana schon kannst, und überspringt sie.

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