Anki gibt dir einen Karten-Editor. Was darin steht, in welcher
Reihenfolge es kommt, mit welchen Eselsbrücken und welchen
Beispielsätzen — das entscheidest du. Für Fortgeschrittene mit
eigenem System ist genau das die Stärke. Für Anfänger:innen ist
es die Hürde, an der die meisten hängenbleiben, und zwar aus
einem Grund, der wenig mit Disziplin zu tun hat:
Man kann eine Reihenfolge nicht planen, wenn man das
Feld noch nicht kennt.
Welche 100 Kanji gehören zu N5? In welcher Reihenfolge bauen
die Radikale aufeinander auf? Welche Vokabel darf man
einführen, ohne dass ihr Beispielsatz drei ungelernte Zeichen
enthält? Das sind Entscheidungen, die Sprachdidaktik
voraussetzen — also genau das, was man erst am Ende hat.
Der übliche Ausweg ist ein fremdes Deck aus dem Netz. Damit
erbt man die Auswahl und die Übersetzungen von jemandem, den
man nicht kennt: uneinheitliche Qualität, oft nur englische
Bedeutungen, meist ohne Beispielsätze, ohne Audio, ohne
Strichfolgen — und ohne Erklärung, warum Karte 400 vor Karte
80 kommt.